Der IA Writer.
Fangen wir einfach einmal mit den Besonderheiten an:
Der elegante Editor will dem Schreiber eine möglichst "geräuschlose" Umgebung verschaffen. Dazu bietet er zwei Dinge an:
- Sobald man mit dem schreiben beginnt, verschwindet auf dem Bildschirm die Kopfleiste. Nichts soll mehr vom eigenen Text ablenken. Und noch besser.
- Mit einem Klick auf das Radsymbol oben rechts, verblasst der gesamte Text - bis auf drei Zeilen rund um den Cursor in einem transparenten Grau. Auch dieser "Focus Mode" soll helfen, den Fokus des Schreibers auf den Teil seines Textes zu lenken, den er gerade bearbeitet.
Focus Mode
Kommt man dann doch nicht umhin, sich von notwendigen Textformatierungen vom Schreiben ablenken lassen zu müssen, wird dies durch eine einfache Markdown-Syntax auf das Notwendigste minimiert. Mit Sternchen und Rauten wird dort agiert. Wer die Symbole noch nicht verinnerlicht hat schickt iA Weiter mit zwei Klicks ( auf das Share-Symbol und dann auf "Preview" in eine entsprechende Befehlsliste. Jetzt erscheint hier der Text einer kurzen Arbeitsanleitung für die iA Writer App. Zunächst so, wie sie verfasst wurde. Mit einem weiteren Klick auf Preview wechselt der Text in die formatierte Fassung. Der Vergleich der beiden zeigt, welche Symbole welche Formatierung bewirken
Text mit Formatierungen
Text mit umgesetzter Formatierung
Neben den Anschlägen zählt die App auch die geschriebenen Wörter mit und gibt zudem eine Abschätzung der Zeit, die ein Leser benötigt um den Text zu lesen. Dazu muss man in der Taskleiste nur kurz auf das Feld mit den Symbol/Wort-Zählungen tippen.
Eine zusätzliche Zeile für die Tastatur lässt das Herz jedes Texters hüpfen: Mit vier Buttons lässt sich der Cursor Buchstabe für Buchstabe oder Wort für Wort zurück oder vorwärts bewegen. Anführungszeichen und Klammern machen das Schreiben merklich leichter. Dass auf der deutschen Variante dieser Zusatztasten das ß und eine Taste für die Umlautpunkte reserviert sind, ist mit der neuen Apple-Tastatur inzwischen Platzverschwendung. Vielleicht reagiert ja iA Writer darauf und belegt diese Tasten irgendwann neu.
Tastatur mit Zusatztasten
Dokumente werden automatisch gespeichert, mit einem Tippen auf + erzeugt man ein neues.
Tippt man in der Taskleiste das Dokumenten-Ordner-Symbol an, kann man dort in einer Liste eine File aufrufen, in einen anderen Ordner verschieben (durch Trag und Drop). Man kann sogar einen neuen Ordner dadurch kreieren, dass man eine File auf eine andere schiebt! Nur das Umbenennen dieses Ordners geht offensichtlich an dieser Stelle nicht.
IA Writer kann auch mit iCloud und Dropbox korrespondieren. Synchronisation läuft dabei automatisch, kann aber jederzeit auch durch Klicken auf das Sync-Icon erzwungen werden.
Exportieren von Text gelingt mit einer Email als Anhang oder als Mailtext.
Zudem lassen sich Texte in mehreren Formaten kopieren und drucken sowie in anderen Apps öffnen.
Die von Apple gelieferten "Beiträge" zum Texterfassen können in den "Einstellungen" des iPads oder iPhones eingestellt werden. Dort können auch mehrere Tastaturen ausgewählt werden, was zum Beispiel für wissenschaftliche Texte von Vorteil ist: Wählt man nämlich die griechische Tastatur zusätzlich zur deutschen aus, erscheint auf der Tastatur ein Globus-Symbol, mit dem man zwischen den Tastaturen hin und her switchen kann und so Zugang zu den griechischen Buchstaben hat, die speziell in naturwissenschaftlichen Texten oft vorkommen.
Fazit: iA Writer ist ein sehr empfehlenswerter Editor, speziell für "Autoren", die sich zusammen mit ihrem Text aus dem ablenkenden Alltag verabschieden wollen.
Ein kleiner Wermutstropfen: Die wirklich sehr nützliche Tastaturerweiterung gibt es nur für den iPad.
Wer etwas ähnliches für iPhone und iPod möchte, sollte auf die App "Nebulous" zurückgreifen. Die zusätzlichen Tasten sind dort zudem zahlreicher und - sie können vom Nutzer individuell belegt werden.
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